Literaturempfehlung

Sollten Sie die Gelegenheit gehabt haben, in der nächsten größeren Stadt einmal im Buchladen vor den 10 bis 15 Metern Hundebüchern zu stehen und damit einen kleinen Teil der verfügbaren Hundeliteratur zu sehen, wissen Sie, wie schwierig es ist, sich ein paar gute Titel herauszusuchen. Es gibt wahrscheinlich zu jeder beliebigen Hunderasse mehrere deutschsprachige Bücher, die mehr oder weniger informativ oder interessant geschrieben sind.

Zu den Golden Retrievern gibt es Massen von Büchern, die zum Teil wirklich sehr gut sind. Hier in dieser Liste sollen nur drei Aspekte betrachtet werden, nämlich die Hundeerziehung, die Rasse und ihre Ausbildung. Zu jedem Aspekt nur ein Titel, aber der jeweils beste deutschsprachige Titel, den ich finden konnte. Natürlich ist die Auswahl subjektiv und die vielen anderen guten Hundebücher kommen gar nicht vor. Aber vielleicht schicken Sie mir mal ein Rezensionsexemplar, wenn Sie meinen, daß es etwas besseres gibt.

Ein abschreckendes Kennzeichen haben leider alle die folgenden Bücher gemeinsam: sie sind nur für ca. 50 bis 80 DM zu haben. Dafür ersparen sie die Ausgabe für manch andere  Hundebücher, die inhaltlich dünner und preislich günstiger daherkommen.

Aber eines ersetzen diese Bücher alle nicht: Den häufigen Kontakt des Hundes zu anderen Hunden und das Lernen unter qualifizierter Anleitung in einer Hundeschule oder in einem gut geführten Zuchtverein. 


Hoefs, Nicole und Petra Führmann: Das Cosmos-Erziehungsprogramm für Hunde. - Stuttgart : Kosmos, 1999. - 236 S. mit zahlr. Abb.
ISBN 3-440-07775-6

 

 

 

 

 

 

 

 

Erziehen Sie mal einen Hund. Klar, kein Problem, denkt man sich. Kann doch jeder. Kann auch jeder, zumindest mit diesem Buch. Hier werden viele gute Tips zur Hundeerziehung gegeben,  anschaulich dargestellt in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Ihnen hilft, aus dem Welpen oder auch schon älteren Hund einen alltagstauglichen Hund zu machen, den Sie (hoffentlich) überall hin mitnehmen können, ohne in Konflikt mit den weniger hundefreundlichen Zeitgenossen zu geraten. Ein Buch, das uns das Verhalten der Hunde verstehen läßt und die richtigen Erziehungsmöglichkeiten anschaulich  darstellt. Auch ein Buch, das Ihnen klarmacht, wie wichtig Konsequenz und klare Entscheidungen in der Hundeerziehung ist.

Aber, wie wir wohl wissen, nicht nur in der Hundeerziehung ...



Das grosse Golden Retriever Buch / Valerie Foss u.a. [Hrsg.]. - Mürlenbach : Kynos Verlag, 1998. - 256 S. mit zahlr. Abb.
Übers. a.d.engl.
ISBN: 3-929545-76-4

Sie hätten also gerne einmal gewußt, welcher altenglische Adlige - oder war er aus Schottland? - mit welchem Urhund die ersten "Golden" züchtete und warum? Oder wie die Amerikaner den Standard für die Behänge der Golden Retriever festlegen? Hier dürften Sie die Fragen beantwortet finden. Ein Buch über praktisch alle Aspekte unserer Hunderasse, Von der Erziehung über Ernährung hin zu den verschiedenen Rassestandards, "Handling", Trainigsmöglichkeiten, jagdlichen Aufgaben, der Zucht und typischer Erkrankungen.

Und wenn Sie einmal zu einer Ausstellung gehen wollen, so können Sie hier sogar das Styling für die Frisur finden, die einem Golden Retriever steht.

 

 

 

 

 

 

 

 



Wolters, Richard A.: Neue Wege der Jagdhundeausbildung : Früherziehung auf wissenschaftlicher Grundlage - nicht nur für Jagdhunde. - 2. Aufl. - Mürlenbach : Kynos Verl., 1996.
Übers. aus. d. amerikan.
ISBN: 3-924008-84-1

 

 

 

 

 

 

 

Der Mann mit Gewehr auf dem Umschlag dieses Buches zeigt, worum es eigentlich geht: Um den rassegemäßen Einsatz des Labrador-Retrievers als Jagdhund. Der Labrador ist in vielen Eigenarten dem Golden Retriever vergleichbar, wenn er auch wegen seines kurzen Fells für Jäger "pflegeleichter" ist. Auch er wurde für die Niederwildjagd und Apportierarbeit gezüchtet. Das ist auch die eigentliche Aufgabe des Golden Retriever.

Wolters zeigt, wie durch eine auf die  Eigenarten des Hundes schon sehr früh 

eingehende Erziehung seine Apportier- und Arbeitsfreudigkeit enorm gefördert werden. Seine Ausbildung kann schon am Ende des ersten Lebensjahres weit fortgeschritten sein. Die meisten Hundebesitzer unterfordern ihre Hunde und nutzen kaum die Möglichkeiten, die sie im ersten Lebensjahr für deren Ausbildung haben. 

Das Buch beklagt aber auch die züchterische Entwicklung unserer Hunde zu bloßen Schauobjekten für Ausstellungen. Viele Züchter legen keinen Wert mehr auf eine Förderung der jagdlichen Eigenschaften und züchten mit Ausstellungssiegern, die ihrer Rasse gemäße Leistungen in Prüfungen nie erbracht haben. In den USA wurde deshalb ein eigener Zuchtverband gebildet, dessen Ziel  die Erhaltung und Förderung der jagdlichen  Eigenschaften  ist. 

Verblüffend einfach ist es, den Hund auch im Alltag bei der täglichen Beschäftigung mit ihm auszubilden. Die Eigenschaften unserer Hunde werden gefördert und ihrer Arbeitsfreude entsprochen. Apportieraufgaben und Spurarbeiten kann dabei auch ein Nichtjäger weitestgehend üben. So wird die Grundlage für einen Erfolg auch bei Arbeitsprüfungen gelegt.

Eines der Bücher, die fundiert und engagiert die Verantwortung des Hundebesitzers und Züchters zur Förderung der Eigenarten seines  Hundes fordern und ein schlüssiges und erfolgreiches Konzept für die Ausbildung liefern.