Der Golden Retriever
| Rassebeschreibung |
Ein intelligenter, "führiger" Retriever, der arbeiten möchte.
Der Golden Retriever hat sich in Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern zur beliebtesten Retriever-Rasse entwickelt. Dies
verdankt er einer Reihe von Eigenschaften, wie sie in dieser Kombination bei kaum einer anderen Rasse
zu finden sind. Mit seiner
hohen "Gehorsams- und Ausbildungsintelligenz" gehört er zu den besonders leicht erziehbaren Hunden: er lernt die meisten Befehle bereits
innerhalb kürzester Zeit. Intensive Arbeit mit dem Hund bewirkt eine enge Bindung zwischen ihm und seinem Besitzer. Dadurch entsteht
sein Drang, es seinem Besitzer immer recht machen zu wollen, sein "will to
please", wie die fachkundigen Engländerinnen sagen. Seine Anhänglichkeit
ist das Ergebnis seiner Sensibilität.
Er braucht verständige Zuwendung, engen Kontakt zur Familie. Es widerspricht
völlig dem Wesen des Golden Retriever, im Zwinger gehalten
zu werden. Die Familie ist sein Rudel, von dem er sich nicht trennen möchte.
Dank seiner "Führigkeit", dank seiner Toleranz, seiner Kinderfreundlichkeit und seines besonders gutmütigen Wesens wird er oft als der ideale Familien- und Anfängerhund bezeichnet. Damit er das tatsächlich sein kann, muß der Besitzer dem Hund aber auch einiges geben: ursprünglich als Jagdhund gezüchtet, braucht er Beschäftigung und viel Bewegung. Nützlich kann ein ein Haus mit Garten sein. Aber niemals darf ein Garten Alibi dafür sein, sich mit dem Hund zu beschäftigen. Mehrere Spaziergänge täglich, bei jedem Wetter, müssen selbstverständlich sein. Wer dafür keine Zeit oder Lust hat, sollte sich keinen Golden Retriever halten. Damit der Hund in den Händen eines Nicht-Jägers seinen Jagdtrieb nicht beim Wildern in Feld und Wald auslebt, sollte unbedingt mit ihm gearbeitet werden. Er liebt es zu apportieren, er eignet sich als Blinden- oder Rettungshund, er wird als Lawinen- oder Drogensuchhund eingesetzt. Auch wer nicht beabsichtigt, ihm solche Aufgaben zu übertragen, sollte wissen, daß er seinem Hund viel Zeit widmen muß. Mindestens die Ausbildung zu einem Begleithund ist die Grundlage, die jeder seinem Retriever angedeihen lassen sollte; dabei wird deutlich, welche weitere Beschäftigung für Hund und Besitzer am geeignetsten ist.
In Begleithundekursen, die z.B. vom DRC oder dem GRC an vielen Stellen in Deutschland speziell für Retriever angeboten werden lernen die Hunde, sich mit ihren Führern in der Öffentlichkeit so zu verhalten, daß andere Personen nicht belästigt und andere Hunde nicht irritiert werden. Dass Besitzer und Hund ein harmonisches Gespann bilden, das auch im Verkehrsgetümmel keine Schwierigkeiten hat, sich sicher zu bewegen, ist ein wichtiges Ziel solcher Kurse.
Ein idealer Jagdgefährte für die Niederwildjagd
Der "Golden" wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts in Schottland für die Jagd, vor allem in wasser- und
deckungsreichem Gelände gezüchtet. Aber erst 1911 wurde er vom englischen Kennel-Club als eigenständige Rasse eingetragen.
Geschossenes Wild aus dem Wasser oder auch aus dichtem Gestrüpp zu apportieren (engl. to retrieve) oder dank seiner
hervorragenden Nase den Jäger zum geschossenen Wild zu führen war seine ursprüngliche Aufgabe. Der starke Such-, Finde- und
Bringwille, der dem Golden eigen ist, macht ihn auch heute noch zum idealen Helfer bei der Niederwildjagd. Dieselben Eigenschaften,
gepaart mit Wesensfestigkeit, Ruhe und Ausdauer, sind es, die auch seinen Einsatz als Rettungs- oder Drogensuchhund möglich machen. Ideal
ist es also, wenn Sie seinen vorhandenen Jagdeifer nutzen, um mit ihm eine
entsprechende Ausbildung zu beginnen.
Damit ist er schon fast ein Allrounder. Aber es gibt auch etwas, für das er in der Regel nicht geeignet ist: seine ausgeprägte Menschenfreundlichkeit ist nicht vereinbar mit Schutzhundfunktion, mit Mannschärfe. Wer einen Wachhund braucht, der Haus und Hof gegenüber Fremden wirkungsvoll verteidigt, sollte sich nach einer anderen Rasse umsehen, wenn er Enttäuschung vermeiden will.
Die gezielte Zucht zum Apportierhund hat bewirkt, daß es vielen Golden Retrievern ein tief verwurzeltes Bedürfnis ist, Gegenstände mit sich
herumzutragen oder ihren Besitzern zu bringen. Im Haus muß man deshalb genügend Spielzeug bereithalten, damit er dieses angeborene
Verhalten ausleben kann und sich nicht an herumliegenden Dingen vergreift. Sein weiches Maul, Grundvoraussetzung für die
Jagd, verhindert meist, dass das Apportierte Schaden nimmt.
Sein Aussehen
Der typische Golden ist ein kräftig gebauter, mittelgroßer Hund mit langem glattem oder leicht welligem Haar, das reich an Unterwolle ist.
Die Farben reichen von hell-creme (fast weiß) über hell-golden bis zu dunkel-golden (fast mittelbraun). Kennzeichnend sind ein meist recht
stark ausgeprägter Stop (seine 'Stirn') und seine großen Augen; dies verleiht ihm einen friedvollen, ruhigen Ausdruck, seine nach vorne
gerichteten Augen eine überdurchschnittliche räumliche Sehfähigkeit. Die Kopfhaare sind kurz, so daß man das ausgeprägte Minenspiel
deutlich erkennen kann.
Die Ohren (der 'Behang') sind mittelhoch angesetzt und in der Jugend in ihrer Farbe oft dunkler als der übrige Körper. Der Fang ist breit und kräftig, geeignet, auch schwerere Beute tragen zu können. Wer einen typischen, gut gebauten Golden Retriever sein eigen nennt, wird es häufig erleben, auf Spaziergängen auf seinen schönen Hund angesprochen zu werden: viele halten den Golden für einen der schönsten Hunde überhaupt. Auch dies hat sicher zu seiner breiten Beliebtheit beigetragen. Sein langes Fell, das ihm hilft, sich auch im kalten Winter draußen wohlzufühlen, fängt viel Schmutz ein. Aber auch in Zeiten des Haarwechsels ist der Staubsauger ein wichtiges Werkzeug des Besitzers.
Der rassetypische, muskulöse, kräftige Körperbau des Golden kann nur durch viel Bewegung erreicht und erhalten werden. Ein Retriever verlangt aber nicht nur nach Bewegung: auch seine hohe Intelligenz möchte gefordert sein. Wenn die täglichen Spaziergänge mit kleinen Aufgaben gewürzt werden, wenn dabei Gehorsams- und Apportierübungen quasi spielerisch einfließen, dann fühlt er sich erst richtig wohl. Die Begeisterung, die er erkennen läßt, wenn er merkt, daß der Spaziergang naht, die Dankbarkeit, die aus ihm strahlt, läßt dem Besitzer den Gang nach draußen auch bei Wind und Wetter nicht als Pflichtübung erscheinen.
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| Rassebeschreibung |
Beschreibung nach FCI-Standard Nr. 111 e/8.1
Ursprungsland: Großbritannien
Allgemeines Erscheinungsbild
Symmetrisch, harmonisch, lebhaft, kraftvoll, ausgeglichene Bewegung; kernig bei freundlichem Ausdruck.
Charakteristika
Wille zum Gehorsam, intelligent mit natürlicher Anlage zu arbeiten.
Wesen
Stets freundlich, sowohl Menschen als auch Tieren gegenüber, liebenswürdig und zutraulich.
Kopf und Schädel
Ausgeglichen und wohlgeformt, breiter Oberkopf, ohne grob zu sein, gut auf dem Hals sitzend, kräftiger, breiter und tiefer Fang. Fang von
annähernd gleicher Länge wie der Schädel, ausgeprägter Stop. Nase schwarz.
Augen
Dunkelbraun, weit voneinander eingesetzt, dunkle Lidränder.
Behang
Mittelgroß, ungefähr in Höhe der Augen angesetzt.
Gebiß
Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiß, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne
Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Hals
Von guter Länge, trocken und muskulös, keine Wamme.
Vorhand
Vorderläufe gerade mit kräftigen Knochen, Schultern gut zurückliegend, langes Schulterblatt bei gleicher Oberarmlänge, dadurch gut unter
den Rumpf gestellt. Ellenbogen gut anliegend. Von vorne gesehen sollen die Vorderläufe und Ellenbogen gerade stehen, weder nach innen,
noch nach außen gedreht. Die Vorderläufe sollen kräftige Knochen aufweisen, die das Gewicht des Hundes mit Leichtigkeit tragen. Der
Rücken sollte eine gerade Linie vom Widerrist zum Rutenansatz bilden und weder abfallend noch hochgezogen sein.
Gebäude
Ausgeglichen, kurz in der Lendenpartie, mächtiger Brustkorb. Rippen tief und gut gewölbt. Gerade obere Linie.
Hinterhand
Lende und Läufe kräftig und muskulös. Unterschenkel von guter Länge, gut gewinkelte Kniegelenke. Tiefe Sprunggelenke, die, von hinten
betrachtet, gerade sind, nicht ein- oder ausdrehend. Kuhhessigkeit ist im höchsten Maße unerwünscht. Die kräftige Muskulatur der
Lendenpartie geht in eine ebenso kräftige Hinterhand über. Der Oberschenkel ist sowohl breit wie auch muskulös, der Unterschenkel lang,
der Knochen zwischen Sprunggelenk und Pfote kurz.
Pfoten
Rund und geschlossen, nicht zu groß. Die Zehen nicht zu lang und gut gekrümmt, die Ballen ausgebildet und kräftig. Katzenpfoten.
Rute
In Höhe der Rückenlinie angesetzt und getragen, bis zu den Sprunggelenken reichend, ohne Biegung am Rutenende. Der Rutenansatz
verläuft in einer Linie mit dem Rücken. Die Rute wird gerade getragen, entweder in der Höhe des Rückens oder ein wenig darüber, aber
weder hoch über dem Rücken getragen noch herunterhängend zwischen den Hinterläufen. Sie sollte auf der Unterseite eine gute
Befederung aufweisen.
Gangart/Bewegung
Kraftvoll mit gutem Schub. Gerade und parallel in Vor- und Hinterhand. Vortritt ausgreifend und frei, dabei in der Vorhand ohne ein Zeichen
des Steppens. In der Bewegung sollte der Golden Retriever ein flüssiges, raumgreifendes Gangwerk zeigen mit viel Schub aus der
Hinterhand. Die Vorderläufe werden dabei nicht zu hoch gehoben, die Pfoten und der Vordermittelfuß drehen sich weder ein- noch
auswärts. Die Beine bewegen sich parallel.
Haarkleid
Glatt oder wellig mit guter Befederung, dichte wasserabstoßende Unterwolle.
Farbe
Jede Schattierung von gold oder cremefarben, weder rot noch mahagoni. Einige wenige weiße Haare, allerdings nur an der Brust, sind
zulässig.
Größe
Schulterhöhe: Rüden 56-61 cm, Hündinnen 51-56 cm.
Fehler
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad
der Abweichung stehen sollte.
Anmerkung
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.
| Rassebeschreibung |