Erziehungsprogramm für zwei Hunde
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Ein zweiter Hund soll ins Haus
kommen? Sie haben sich endlich durchgerungen oder sind weichgeklopft worden, überredet
von den lieben Familienmitgliedern? Dann ist es sicher gut, sich vorher ein paar
Tipps zu holen, um zwei Hunde zu erziehen. Dazu gibt es qualifizierte Hinweise von Hundehaltern, aber auch einige spezielle Bücher,
die gute Verhaltensregeln geben. Einige wichtige, zu beachtende Fragen sind aus
einiger Literatur
in
folgenden Punkten kurz zusammengefasst.
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| 1. | Der Mensch bleibt der Chef des Rudels. Er hat über alles zu bestimmen, greift aber erst ein, wenn eine Rangelei oder ein Imponiergehabe zu einer ernsten Beißerei zu werden droht. |
| 2. | Reiben Sie den neuen Hund, bevor Sie ihn mit zu Ihrem alten nehmen mit einem Tuch ab, das den Geruch des alten Hundes trägt. |
| 3. | Alleine mit dem neuen Hund raus gehen: In den ersten zwei Wochen, nachdem der zweite Hund ins Haus gekommen ist sollte man jeden Kontakt des neuen Hundes alleine mit anderen fremden Hunden vermeiden. Der erste Hund muss den "neuen" zunächst akzeptieren. Erst dann, wenn der erste Hund den zweiten angenommen hat, muss man mit dem neuen Hund alleine rausgehen. |
| 4. | Der
erste Hund wird nicht vernachlässigt.
Er benötigt genauso viel Beachtung und Pflege wie bisher. Er darf sich
durch einen hinzukommenden zweiten Hund nicht zurückgesetzt fühlen.
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| 5. | Die sich bildende Rangfolge
wird akzeptiert.
Der Mensch achtet die sich bildende und ggf. auch immer wieder verändernde Rangfolge im
Rudel. Das bedeutet: - er vermeidet es, dem Drang zu folgen, dem rangniedrigeren Hund mehr Aufmerksamkeit zu geben als dem ranghöheren - er tröstet den rangniedrigeren Hund nicht, wenn dieser vom ranghöheren zurechtgewiesen wird. Er gibt dem Unterlegenen weder besondere Zuneigung, noch eine Belohnung als Ausgleich für die rangniedrigere Stellung. |
| 6. | Der
ranghöhere Hund erhält Privilegien: - er erhält zuerst sein Futter - er bekommt bevorzugt seine Streicheleinheiten - er geht vor dem rangniedrigen durch die Tür - er geht zuerst ins Auto - er hat einen bevorzugten Liegeplatz - er wird zuerst begrüßt - er erhält als erster Leckerchen - er bekommt die begehrtesten Spielzeuge zuerst - er wird nicht bestraft, wenn er den Rangniedrigeren zurechtweist - er wird in den für ihn wichtigen Dingen bevorzugt. |
| 7. | Zwei Hunde sollen getrennt leben können. Regelmäßig sollte man nur mit einem Hund etwas unternehmen. Der zweite Hund muss lernen, alleine zu bleiben. Er soll die Welt ohne den Alten kennen lernen. Der erste darf nicht verlernen, alleine bleiben zu können. Man sollte Hunde deshalb auch alleine anderswo immer wieder einmal übernachten lassen. |
| 8. | Hunde
müssen sich in der Wohnung aus dem Weg gehen können. Sie sollten mehrere
Liegeplätze in verschiedenen Räumen nutzen können.
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| 9. | Spielen Sie mit
ihren zwei Hunden: Spiel mit mehreren Hunden ist immer auch eine Gehorsamsübung. Während der eine seine Aufgabe hat, muss der andere Hunde warten lernen und Geduld üben. Besonders Beutespiele sind insofern hilfreich, weil sie normalerweise leicht zu Streitereien führen können. Während der ein Hund einem Ball nachjagt, soll der andere liegen bleiben und lernen, nicht einzuspringen. |
| 10. | Arbeiten
mit den Hunden: Es wird in der Regel getrennt mit den Hunden gearbeitet. Gemeinsame Arbeit ist Unterforderung für den älteren Hund und die falsche Anleitung für den jungen Hund. Der junge Hund muss seine Lektionen alleine üben und beherrschen lernen. Allerdings kann er durch das Vorbild des älteren Hundes manches übernehmen und sehr viel schneller lernen. Aber üben soll er es alleine. |
Beckmann, Gudrun: Hunde sind
doch Rudeltiere. – Lüneburg: Cadmos Verlag, 2000. – 93 S. – ISBN
3-86127-712-3
Schmidt-Röger, Heike: Der
Zweithund. – München : Augustus Verl., 2000. - 64S. – ISBN 3-8043-7193-0