Hymenoptera - Hautflügler
kurze Einführung

Gemeinsames Kennzeichen der Hautflügler sind ihre 4 Flügel, die keine Bedeckung mit Schuppen oder langen Haaren aufweisen und nur wenige Adern besitzen. Die Flügel werden in einigen Fällen abgeworfen, wie z.B. bei den Ameisen, manchmal fehlen sie auch ganz oder teilweise, z.B. bei manchen parasitisch lebenden Arten oder Gallwespen. Die Weibchen sehr vieler Arten können stechen.

Die beiden großen Unterordnungen, die Pflanzenwespen (Symphyta) und die Leg- oder Stechwespen (Apocrita) unterscheiden sich durch die Ausgestaltung ihrer "Wespentaille", die bei den Pflanzenwespen kaum vorhanden ist, da der Hinterleib sich in voller Breite an den Vorderleib anschließt. Bei beiden Unterordnungen gibt es Arten, deren Larven im Innern von Pflanzen leben, aber auch Larven, die parasitisch oder in Nestern leben, wo sie von den Alttieren aufgezogen werden.

Eine Besonderheit vieler Hautflügler bildet eine hochentwickelte Brutfürsorge der Elterntiere für die Larven, die sich in komplizierten Staatenbildungen findet und besonders spezialisierte Formen entwickelt, die im Staat wichtige Funktionen ausüben, wie die der Arbeiter(innen), Soldaten, Lebemänner, Königinnen und Hofschranzen. Also insgesamt das, was wir alle in irgendeiner Form kennen, unter uns staatenbildenden Arten. Und wie bei uns werden diese Spezialbegabungen durch unterschiedliche Nahrung "gezüchtet". Allerdings ist dies bei den Insekten buchstäblich zu verstehen. Auch die Komplexität der Nester ist teilweise sehr hoch entwickelt. Allgemein bekannte staatenbildende Insekten sind die Bienen, Hummeln, Wespen und Ameisen.

Ein sehr oft hochkomplizierter Parasitismus ist eine besondere Form der Überlebenskunst bei vielen Arten unter den Hautflüglern. Die Wirtstiere überleben den Befall praktisch nie, weil die parasitäre Larve sich im Wirtsorganismus, in Eiern, Larven, Puppen oder Imagines entwickelt und dabei von deren Körpersubstanz zehren. Dabei gibt es sogar sekundären oder tertiären Parasitismus, bei dem ein schon vorhergehender Befall durch einen anderen Parasiten vorkommen muss, damit sich eine Hautflügler-Larve entwickeln kann.

In unseren Breiten gibt es wohl ca. 10 000 Arten. Viele davon sind als Nützlinge wichtig, aber ebenso viele als Schädlinge wirtschaftlich bedeutsam. Diese Seiten sollen einen Einblick in die Vielfalt und das höchst interessante Leben dieser vielen Menschen lästigen oder unwichtigen Kreaturen geben und ein wenig den Blick auf deren bedeutsame Funktion im Naturhaushalt lenken.

Viele Anregungen habe ich aus der Literatur gewonnen, insbesondere danke ich dem Verfasser und dem Zeichner eines Buches über Insekten, Herrn Dr. Wolfgang Dierl, von dessen Witwe ich die freundliche Genehmigung zum Abdruck von Textpassagen erhalten habe und dem Zeichner der Abbildungen in diesem Buch, Herrn Werner Ring, mit dessen Einverständnis hier insbesondere im Artenverzeichnis Abbildungen wiedergegeben werden dürfen.

Diese Seiten werden langsam aber ständig erweitert.